PUTRE FACTIO
Original-Zeichnung 42 x 30 cm, 2026, Schellacktusche, Farbstift, Transparentlack auf Papier
Das Unikat ist auf der Rückseite datiert und signiert. Verpackung und Versand (Inland) mit Sendungsverfolgung pauschal 12 € oder kostenlos bei Abholung im Atelier. Bei Kauf dieses Werkes schenke ich dir ein mit Goldstift signiertes Leporello deiner Wahl.
Dieses Bild ist auch als Kunstdruck erhältlich. Alle Kunstdrucke sind gedruckt auf archivfestem Büttenpapier mit pigmentierten Tinten, rückseitig handsigniert und datiert mit Künstlerstempel.
Was darf aus deinem Leben gehen, damit Platz für Neues geschaffen wird?
PUTRE FACTIO / PUTREFACTIO: Lateinisch putris = faul, verwest und factio von facere = machen. Wörtlich also faul machen oder verrotten lassen. PUTREFACTIO ist die erste der vier alchemistischen Wandlungsphasen (Magnum Opus), die Nigredo, die Schwärzung, die Gärung, die Verwesung – der schwarze Tod, aus dem alles Neue hervorgeht.
- Nigredo > Schwärzung/Konfrontation/Putrefactio
- Albedo > Weißung/Erleuchtung
- Citrinitas > Gelbung/Übergang und
- Rubedo > Rötung/Verwirklichung
Im Individuationsprozess nach C. G. Jung werden diese vier alchemistischen Phasen als Analogie der seelischen Integration unbewusster Inhalte, Bewusstwerdung, Reinigung und schließlich Vereinigung der Gegensätze zum Selbst beschrieben. C. G. Jung bezeichnet als die Nigredo die erste Phase dieses seelischen Individuationsprozesses – als den notwendigen Zusammenbruch alter Strukturen: Auflösung und Absterben überholter Identitäten, unserer ‚gesellschaftlichen Mäntel, unserer Persona‘ – Menschen gehen aus unserem Leben, Umstände verändern sich radikal. Man wird auf sich selbst zurückgeworfen.
In dieser ‚dunklen Nacht der Seele‘ tritt der Mensch in die Konfrontation mit seinem Schatten und dem Unbewussten. Die Nigredo entspricht einer existenziellen Krise und Katharsis: schmerzhaft, klärend, unumgänglich. Erst durch diesen inneren Zerfall entsteht Raum für Wandlung. Die Nigredo ist keine Depression, sondern der Beginn von Transformation.
Meine Zeichnung PUTRE FACTIO lehnt sich an einen Kupferstich aus der bedeutenden alchemistischen Anthologie Viridarium chymicum an, das 1624 von Daniel Stolcius von Stolcenberg in Frankfurt veröffentlicht wurde. Er stellt die Verdunkelung des Egos durch die ‚Schwarze Sonne‘ aufgrund der Begegnung mit dem Tod dar.